Elektroautos

XPeng in Gesprächen über Volkswagen

Der europäische Automobilmarkt erlebt derzeit einen interessanten Wandel. Während etablierte Hersteller jahrzehntelang den Kontinent mit riesigen Fabriken und etablierten Lieferketten dominierten, dreht sich das Blatt nun auf ironische Weise. Junge chinesische Elektroautohersteller stoßen an die Grenzen ihrer Produktionskapazitäten, während lokale Branchengrößen ihre Fertigung verkleinern wollen. Ein aktuelles Beispiel dieses Trends sind die Verhandlungen von XPeng (XPeng), einer chinesischen Marke, über den Erwerb eines Fertigungswerks von Volkswagen (Volkswagen).

XPengs rasantes Wachstum und Produktionsengpässe

Das chinesische Unternehmen benötigt mehr Platz, da seine internationalen Verkaufszahlen rapide steigen. Im April 2026 exportierte der Hersteller rekordverdächtige 6.006 Fahrzeuge – eine Steigerung von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und ein Sprung von 28 Prozent im Vergleich zum März 2026. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 lieferte XPeng 17.563 Elektrofahrzeuge ins Ausland aus, was einem Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieses schnelle Wachstum bringt die Produktionslinien des Autobauers an ihre absoluten Grenzen.

XPeng lässt Fahrzeuge für europäische Kunden vertragsgemäß im Magna Steyr (Magna Steyr)-Werk in Graz, Österreich, fertigen. Doch auch diese Fertigungslinie erreicht ihre Kapazitätsgrenzen. Das österreichische Werk produziert seit September 2025 die Elektro-SUVs G6 und G9. Im Januar 2026 wurde dort zudem die Versuchsproduktion der neuen P7+-Elektrolimousine für das Modelljahr 2026 abgeschlossen. Die Fahrzeugproduktion innerhalb Europas ermöglicht es dem Unternehmen, die hohen Importzölle der Europäischen Union auf in China gefertigte Elektrofahrzeuge, die bis zu 35,5 Prozent betragen können, vollständig zu umgehen.

Elvis Cheng, der Geschäftsführer von XPeng für Nordosteuropa, enthüllte die Werksgespräche während des „Future of the Car“-Gipfels der Financial Times. Cheng bestätigte, dass das Unternehmen aktiv mit Volkswagen verhandelt, um einen physischen Produktionsstandort auf dem Kontinent zu sichern. Er äußerte sich dabei offen über den Zustand der Immobilien des deutschen Herstellers. Cheng bemerkte, dass einige der Volkswagen-Fabriken „etwas alt“ seien und möglicherweise nicht die strengen technischen Anforderungen für den Bau fortschrittlicher, moderner Elektrofahrzeuge erfüllten. Sollte eine passende Übernahme scheitern, ist die chinesische Marke bereit, eine komplett neue Fabrik von Grund auf zu errichten.

Volkswagens Kapazitätsüberschuss und strategische Partnerschaft

Dieses potenzielle Immobiliengeschäft passt perfekt zu einer schmerzhaften „Diät“ bei Volkswagen. Der deutsche Automobilkonzern leidet unter massiven Überkapazitäten in der Produktion und steht vor großen strukturellen Veränderungen, die zu geschätzten 35.000 Stellenstreichungen führen. Bereits im Dezember 2025 schloss Volkswagen sein Werk in Dresden, was die erste Werksschließung in Deutschland in der 88-jährigen Geschichte des Unternehmens markierte. Der Konzern plant, seine jährliche Produktionskapazität bis 2030 um etwa 750.000 Fahrzeuge zu senken. Eine zusätzliche Reduzierung um 500.000 Einheiten in Europa soll durch die Konzentration auf unterausgelastete Anlagen erfolgen.

Interessanterweise sind die beiden Unternehmen keine Unbekannten. Volkswagen besitzt tatsächlich einen Anteil an seinem chinesischen Konkurrenten. Bereits im Jahr 2023 investierte der deutsche Hersteller 598 Millionen Euro, um eine fünfprozentige Beteiligung an XPeng zu erwerben. Seitdem hat sich die finanzielle Verbindung zu einer tiefgreifenden technologischen Partnerschaft entwickelt. Volkswagen wurde der erste kommerzielle Abnehmer von XPengs Smart-Driving-System VLA 2.0 der zweiten Generation – das erste Mal, dass ein großer etablierter europäischer Automobilhersteller eine zentrale Technologie im Bereich Künstliche Intelligenz von einer jungen chinesischen Elektroauto-Marke importierte.

Breitere Lokalisierungswelle in Europa

XPeng ist nicht das einzige Unternehmen, das versucht, sich in die europäische Fertigung einzukaufen. Eine massive Welle der chinesischen Automobil-Lokalisierung rollt über den Kontinent. Nur einen Tag vor der Ankündigung von XPeng gab der Konkurrent BYD (BYD) bekannt, ebenfalls nach Werksübernahmen bei Stellantis (Stellantis) und anderen europäischen Unternehmen zu suchen, um deren ungenutzte Montagelinien zu übernehmen. BYD errichtet bereits eine eigene Fabrik in Ungarn, die noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen soll, sowie ein Eine-Milliarde-Euro-Werk in der Türkei, dessen Eröffnung bis Ende Dezember geplant ist.

Traditionelle europäische Marken scheinen erfreut zu sein, die Schlüssel zu ihren Einrichtungen zu übergeben. Anstatt sich Sorgen zu machen, den Wettbewerber ins eigene Haus zu lassen, öffnen etablierte Marken die Türen. Stellantis vertieft seine Beziehungen zu einer weiteren chinesischen Marke, Leapmotor (Leapmotor). Der Automobilriese plant, das Eigentum an seinem Madrider Werk an die spanische Tochtergesellschaft von Leapmotor zu übertragen. Zudem sollen im Werk Zaragoza neue Fertigungslinien für diese neuen Elektroautos eingerichtet werden. Auf diese Weise können etablierte Marken leerstehende Gebäude monetarisieren, die sie mit eigenen Produkten nicht mehr auslasten können.

Die neue Realität der Automobilindustrie

Die globale Automobilindustrie verändert sich in einem unglaublichen Tempo. Im Januar 2024 exportierte XPeng noch bescheidene 398 Fahrzeuge. Das Erreichen von 6.006 Einheiten in einem einzigen Monat bedeutet eine Verfünfzehnfachung in etwas mehr als 24 Monaten. Die weltweite Vertriebspräsenz der Marke umfasst über 1.000 Einzelhandelsgeschäfte in 60 Ländern. Chinesische Unternehmen verschiffen Elektroautos nicht länger nur über den Ozean – sie wandeln sich aktiv zu lokalen europäischen Herstellern. Etablierte Automobilkonzerne, die immer noch Schwierigkeiten haben, ihre Fabriken auszulasten, müssen eine neue Realität akzeptieren: Der Wettbewerb ist in die Nachbarschaft gezogen.

James Stephenson

EV, space, and tech enthusiast delivering the latest auto industry news in a clean, easy-to-read format. Focused on innovation, electric vehicles, and future mobility trends, with firsthand insight as a Tesla investor and Model Y owner. Stay updated with concise, reliable coverage of the technologies shaping tomorrow’s roads.