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Türkis wird zur offiziellen Farbe autonomer Fahrtechnik

Wer Zeit auf den geschäftigen Straßen Pekings oder Shanghais verbringt, bemerkt bald eine Besonderheit an einigen Fahrzeugen: Ihre Beleuchtung zeigt ein helles Türkis oder Blaugrün. Diese Farbe findet sich an allen Fahrzeugseiten sowie an den Außenspiegeln und ersetzt oft das traditionelle Gelb der Blinker. Es ist die Farbe der Zukunft.

Seit einigen Jahren setzen Automobilhersteller in China diese Farbgebung ein, um die Präsenz und Nutzung autonomer Technologien zu kennzeichnen. Bereits Jahre zuvor hatte auch Mercedes-Benz (Mercedes-Benz) diese Farbe vorgeschlagen. Die schiere Größe des chinesischen Automobilmarktes könnte nun jedoch dazu geführt haben, dass Türkis endgültig als globale Kennfarbe für autonome Fahrtechnik etabliert wird. Das in den Bildern gezeigte Aqua-Blaugrün wird voraussichtlich zum weltweiten Symbol für autonomes Fahren.

Die doppelte Funktion des Türkislichts

Diese Farbe erfüllt zwei Funktionen: Erstens informiert sie andere Verkehrsteilnehmer darüber, wenn ein Fahrzeug im autonomen Modus unterwegs ist. Ob dies dazu führt, dass andere Autofahrer Rücksicht nehmen und dem selbstfahrenden Wagen zusätzlichen Raum zugestehen, oder ob sie dessen programmierte Unfallvermeidung ausnutzen, indem sie sich vor ihn drängen, bleibt abzuwarten. In jedem Fall schafft es jedoch ein höheres Maß an Aufmerksamkeit.

Der zweite Effekt ist rein marketingstrategischer Natur: Durch die Anzeige der neuen Farbe an ihren Fahrzeugen demonstrieren die Hersteller ihre Vorreiterrolle in der autonomen Technologie. Darüber hinaus signalisieren diese Lichter der Öffentlichkeit, wer sich ein Auto mit autonomer Funktionalität leisten kann; es ist, anders ausgedrückt, eine Art Statussymbol.

„Auf den Straßen in China sieht man inzwischen viele blaue Lichter“, erklärte Zhu Jiangming, Gründer und CEO von Leapmotor (Leapmotor), auf einer Pressekonferenz der Beijing Auto Show. Er fügte hinzu, wenn die blauen Lichter leuchteten, bedeute dies, dass das Fahrerassistenzsystem (ADAS) aktiv sei. Rund dreißig Prozent der chinesischen Kunden nutzten ADAS für den täglichen Pendelverkehr und im Straßenverkehr. Er glaube, dass man in Zukunft alle Autos auf der Straße mit blauen Lichtern sehen werde.

Chinas Einfluss und die rechtliche Verankerung

Während die Verwendung dieser Beleuchtung in China und Teilen der USA bereits erlaubt ist, wird sie in China bald zur Pflicht. Es ist zu erwarten, dass andere Länder diesem Beispiel folgen werden. In China soll die Regelung gesetzlich verankert werden, zusammen mit weiteren Änderungen der Vorschriften für Fahrerassistenzsysteme der Stufe 2 und höher. Stufe 2 beinhaltet dabei eine teilweise automatische Steuerung von Lenkung und Geschwindigkeit.

Die Lichter leuchten, sobald autonome Fahrfunktionen genutzt werden, und schalten sich automatisch ab, wenn diese deaktiviert werden. Ursprünglich war die Beleuchtung für Fahrzeuge mit Funktionen der Stufe 3 (potenziell vollständige Fahr-Automation, wobei der Fahrer bereit sein muss, die Kontrolle zu übernehmen) und Stufe 4 (der Fahrer ist im Wesentlichen ein Passagier) vorgesehen, findet sich aber mittlerweile auch an einigen Fahrzeugen mit Stufe-2-Technologie.

Ben Baum, Designchef von Li Auto (Li Auto), erklärte, man habe lediglich zeigen wollen, dass das eigene Auto dazu in der Lage sei. Es sei ein klares Statement, um zu verdeutlichen: „Diese Autos fahren autonom.“

Design als pragmatische Lösung

Für Li Auto war die Lösung ursprünglich ein pragmatischer Ansatz. Baum hatte den Wunsch, eine durchgehende Leuchtleiste an der Front des Li Auto L9 zu realisieren, fand jedoch keine elegante Möglichkeit, diese bis an die äußeren Kanten zu führen.

„Wir entschieden uns: ‚Okay, dann nutzen wir diesen Bereich für das Licht des autonomen Fahrens. Die orangen Blinker können dann blau leuchten, und so entsteht trotzdem der Eindruck einer durchgehenden Lichtleiste‘“, erläuterte Baum die Überlegung.

Eine wissenschaftliche Grundlage für die Farbwahl gibt es indes nicht. „Wenn ein Designer etwas futuristisch wirken lassen möchte, greift er fast immer zu dieser Art von Blau“, so Baum. „Wir zeichneten es und dachten: ‚Oh, das sieht eigentlich richtig cool aus.‘“

Ray

Tesla owner since 2015 and TSLA investor since 2016, this author shares insights on Tesla, electric vehicles (EVs), and the future of sustainable mobility. Covering industry trends, ownership experience, and emerging technologies, the content delivers clear, informed perspectives for EV enthusiasts and investors alike.