Porsche Macan Turbo Elektrisch: Einmonatiger Test
Der Porsche Macan Turbo Electric stand für einen Monat bei uns im Test. Dabei ging es nicht allein um die Reichweite, sondern vielmehr darum, das Leben mit einem Porsche im Alltag zu erfahren. Wie fühlt es sich an, jeden Morgen mit dem Schlüssel dieses Wagens aufzuwachen und das stolze Markenwappen auf dem eigenen Stellplatz zu sehen? Wir hatten bereits zuvor viel Zeit mit dem Macan verbracht, etwa als äußerst fähiges Begleitfahrzeug auf unserer 911-Roadtrip-Tour von Delhi nach Pune im letzten Jahr. Dort wurde das Fahrzeug auf Herz und Nieren geprüft, doch dieser Test war anders: Er sollte zeigen, wie gut sich der Macan in das tägliche Leben integriert.
Die erste und wohl wichtigste Aufgabe für ein Elektrofahrzeug in meinem Alltag war die Frage, ob es mich von meinem Zuhause in Pune zum Haus meiner Eltern in Goa mit einer einzigen Ladung bringen kann. Die Strecke beträgt etwa 470 Kilometer. Der Macan zeigte bei einem Ladezustand von 100 Prozent eine Reichweite von über 500 Kilometern an. Das sollte kein Problem sein, dachte ich, und ich behielt recht. Der dichte Verkehr während der Weihnachtsfeiertage ließ kaum Spielraum, die 576 PS auszunutzen. Wenn sich doch freie Abschnitte boten, sorgte mein geschwindigkeitsscheuer Partner dafür, dass ich mich zurückhielt. Die Bergabpassagen des Anuskura-Ghats unterstützten die Energierückgewinnung, und ich erreichte Dona Paula in Goa mit einer Restreichweite von etwa 70 Kilometern. Eine beachtliche Leistung, ohne Zwischenstopps zum Laden. Dort angekommen, galt es als Erstes eine Lademöglichkeit zu finden.
Ich fühlte mich zunächst clever, als ich den vorderen Kofferraum öffnete und das mobile Heimladegerät herauszog. Doch dann offenbarte sich ein System mit drei verschiedenen Kabeln, einer Touchscreen-Benutzeroberfläche und einer 600-seitigen Anleitung – allein für dieses Ladegerät. Offensichtlich war hierfür ein deutlich größerer Verstand als meiner erforderlich, um es in Betrieb zu nehmen. Stattdessen begab ich mich auf die Suche nach einer öffentlichen Ladesäule. Die nächstgelegene Tata Power-Einheit verweigerte den Ladevorgang, wodurch ich an meinem ersten Tag in Goa eine Stunde vergeudete und ärgerlicherweise immer noch 2.000 Rupien im Guthaben der App verbleiben. Die zweite Ladesäule, eine 60-kW-Einheit von Statiq, war wesentlich effektiver. Sie verband sich auf Anhieb mit dem Fahrzeug und speiste problemlos Energie ein. Dies führt zur Wirtschaftlichkeit des Porsche: Eine 470 Kilometer lange Fahrt kostete mich insgesamt 1.893 Rupien. Das sind lediglich 4 Rupien pro Kilometer, und die Kosten wären nur ein Bruchteil davon gewesen, hätte ich zu Hause geladen.
Einige Anmerkungen, die ich während der Fahrt machte: Der Fahrkomfort ist erstklassig. Man könnte meinen, ein Porsche, auf dessen Heck das Turbo-Emblem prangt, sei aufgrund der gebotenen Leistung straff abgestimmt. Doch dem ist nicht so. Er zeigt sich nachgiebig und geschmeidig und meistert unsere Straßen, selbst auf schlechten Abschnitten, sehr souverän. Eine Luftfederung steht für zusätzliche Bodenfreiheit zur Verfügung, die ich jedoch kaum aktivieren musste. Zudem hat der Macan nicht vergessen, dass er ein Porsche ist. Ihn durch Kurven zu jagen, erinnert daran, wie exzellent die elektrische Servolenkung ist, wie neutral das Kurvenverhalten und wie überragend die Traktion beim Herausbeschleunigen aus Kurven ist. Ein großer Fahrspaß!
In Goa angekommen, wollten viele Freunde eine Spritztour mit dem Macan unternehmen. Meine Definition einer solchen Vergnügungsfahrt bestand darin, ihnen das volle Launch-Control-Erlebnis zu präsentieren. Dazu wird der Fahrmodus „Sport Plus“ eingestellt, ein Fuß auf die Bremse und der andere auf das Fahrpedal gesetzt, bevor die Bremse gelöst wird.
Bei optimalen Startbedingungen entfaltet der Porsche Macan Turbo eine beeindruckende Leistung von 621 PS und ein Drehmoment von 1.130 Nm. Diese Kraft sorgte für ungläubige Gesichter: Freunde, die solche G-Kräfte noch nie erlebt hatten, wurden regelrecht in die Sitze gepresst. Einige verlangten nach mehr, andere weigerten sich, eine weitere Fahrt anzutreten. Allen entlockte er mindestens einen Ausruf der Begeisterung oder des Schreckens.
Wie steht es um die praktischen Aspekte? Der Kofferraum bietet ausreichend Platz: Er fasste zwei Koffer, zwei Rucksäcke und zwei orthopädische Kissen für den altersmüden Schreiber. Die Rückbank eignet sich für kurze Fahrten, ist aber für längere Strecken nicht ideal – insbesondere, da die vorderen Kopfstützen die Sicht nach vorne stark einschränken. Der Beifahrer-Bildschirm fand bei den Mitfahrern kaum Beachtung. Niemand interessierte sich dafür, und selbst als ich ihn vorführte, spielten sie nur kurz damit, bevor sie sich wieder ihren eigenen Dingen widmeten.
Produktionsplaner sollten sich dies zu Herzen nehmen. Eine abendliche Fahrt mit Fahrzeugen vom anderen Ende des Spektrums verdeutlichte mir, wie modern heutige Autos sind. Der Macan gilt zwar als Kompaktwagen, wirkte jedoch in Gesellschaft eines Padmini und eines SS80 alles andere als kompakt. Dies war eine Mahnung daran, welche Fortschritte die Automobilentwicklung in den letzten fünfzig Jahren gemacht hat. Zugleich fragte ich mich, ob der Macan mit der gleichen Eleganz altern wird wie seine Begleiter an diesem Abend.
Hatte ich ein Problem damit, dass es sich um ein Elektrofahrzeug handelte? Vermisste ich einen Verbrennungsmotor? Ja, aber nur, weil Porsche (Porsche) auch die besten Motoren der Welt baut. Von Reihensechszylindern, die bis 9.000 U/min drehen, bis hin zu V8-Aggregaten, die den Fahrzeugen Leben einhauchen – die Modelle mit Verbrennungsmotor haben die Messlatte für Fahrspaß und emotionales Engagement so hoch gelegt, dass selbst andere Verbrenner kaum mithalten können. Ein Elektrofahrzeug, selbst eines von Porsche, hätte es schwer, dieses Niveau zu erreichen.
Dennoch vermittelt der Macan Turbo ein besonderes Gefühl. Das perfekt schlanke Lenkrad in der Hand, eine natürliche Sitzposition, üppige Flächen aus edlem Leder und Alcantara, das dezent platzierte Wappen auf dem Lenkrad – all das bereichert das bereits brillante Fahrerlebnis. Ich beurteile die Besonderheit eines Autos nach einer einfachen Metrik: Wie sehr freue ich mich darauf, es zu fahren? Und bis zu dem Moment, als es abgeholt wurde, verflog diese Begeisterung nicht. Es mag ein schlagendes Herz vermissen, war aber unzweifelhaft ein Porsche.
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