BMW M3 GTS und Mercedes C63 Black Series im Duell
Der englische Fachverlag PistonHeads UK stellt in einem aktuellen Bericht den BMW (BMW) M3 GTS und den Mercedes-Benz (Mercedes-Benz) C63 Black Series gegenüber. Dieser Vergleich beleuchtet zwei herausragende Sportmodelle, die bei ihrer Einführung die Leistungsfähigkeit und Fahrdynamik ihrer Hersteller eindrucksvoll unter Beweis stellten.
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Die Rivalität zwischen BMW (BMW) M3 und Mercedes-Benz (Mercedes-Benz) C63 dauert nun fast 20 Jahre an. Die ersten Modelle mit 4,0-Liter- und 6,2-Liter-Motoren kamen bereits 2007 auf den Markt. Auch in Zukunft wird es keine klare Trennung der alten Widersacher geben: Ein elektrischer M3 und ein Reihensechszylinder sind bereits angekündigt, und auch die nächste sportliche C-Klasse wird sicherlich nicht nur vier Zylinder haben. Die Tradition der Supersportlimousinen, die bis zum E30 und dem 2.3-16 zurückreicht, hat also weiterhin viel zu bieten.
Die Auswahl der besten zwei Modelle aus den M3- und C-Klasse-AMG-Baumreihen ist nicht leicht. Der BMW M3 CSL (E46) wird wahrscheinlich im Wert steigen, während man diesen Artikel liest, dank seines Klangs, des Erscheinungsbildes und des Fahrgefühls. Eine solche Verwandlung wie vom CLK zum CLK Black Series hat nur selten für so viel Aufsehen gesorgt. Einst besaßen der Mercedes C36 und der BMW E36 Saugmotoren, beides Reihensechszylinder – das wäre heute eine reizvolle Vorstellung.
Die Gegenüberstellung des M3 GTS und des C63 Black Series als die Spitzenmodelle ihrer Ära sollte hoffentlich nicht zu kontrovers sein. Sie repräsentieren die ultimative Ausprägung einer Zeit vor Turbomotoren, vor Allradantrieb, vor dem M4 oder dem CLE, und vor einer übermäßigen Konfigurierbarkeit. Dennoch strotzten sie nur so vor Leistung, Charakter und Fahrspaß.
Missverstandene Ausnahmeerscheinungen
Doch diese beiden Modelle hatten nicht immer einen leichten Start. Zu Beginn des letzten Jahrzehnts fand der BMW M3 GTS nicht sofort seine Käufer. Um es noch einmal zu verdeutlichen: Die auf 150 Einheiten geplante Sonderserie des M3 mit 4,4-Liter-Motor und 8.300 U/min war nicht ausverkauft; lediglich 138 Exemplare wurden produziert. Der geforderte Preis von rund 140.000 €, mehr als das Doppelte eines Serienfahrzeugs, war für eine Welt, die sich noch von einer Finanzkrise erholte, schwer zu schlucken. Auch der C63 Black Series überschritt die 115.000-€-Grenze deutlich, während ein serienmäßiges C-Klasse Coupé damals etwa 35.000 € kostete. Man darf nicht vergessen, dass der Porsche (Porsche) 911 GT3 in seiner 997.2-Version damals seinen Höhepunkt erreichte und sogar günstiger war als der Mercedes. Wer also vor 15 Jahren einen kompromisslosen deutschen Rennwagen für die Straße mit einem herausragenden Motor suchte, kaufte diesen. Man wusste damals nicht, wie gut man es hatte.
Der Kernpunkt bleibt bestehen: Man stelle sich heute vor, ein M-Modell mit V8-Motor fände keine Abnehmer, oder ein AMG mit Saugmotor wäre nicht das aufregendste Auto des Jahres. Die Fahrzeuge waren sensationell, der Zeitpunkt weniger. Dies ist keine bloße Vermutung: Vom M4 GTS wurden Mitte der 2010er-Jahre 700 Exemplare angekündigt (letztendlich wurden 828 Stück aufgrund der Nachfrage gefertigt), und vom AMG GT Black Series gab es vor wenigen Jahren mehr als doppelt so viele Exemplare – zu einem Stückpreis von rund 400.000 € – als vom C63 Black Series.
Angesichts der gegenwärtigen Begeisterung für den M3 CSL (man überprüfe die aktuellen Verkaufspreise) gerät leicht in Vergessenheit, wie extrem der GTS tatsächlich war. Die Seltenheit spielt dabei eine Rolle – 1.383 CSL-Exemplare stehen 10-mal weniger GTS-Modellen gegenüber – ebenso wie der weniger klangvolle Name. Doch der GTS wirkt wie ein vergessenes Juwel in einem legendären Modellkatalog. Dies, obwohl der berühmte S65-V8-Motor auf 4,4 Liter Hubraum vergrößert wurde (exklusiv für dieses Modell und die CRT Limousine), ein Gewindefahrwerk verbaut wurde, 70 Kilogramm durch Maßnahmen wie Polycarbonatscheiben und eine Titan-Abgasanlage eingespart wurden und ein WTCC-Heckspoiler angebracht war. Vielleicht wegen der auffälligen Lackierung in Fire Orange und der eher dezenten Aerodynamikverbesserungen wird die Besonderheit des GTS selten vollends gewürdigt.
Charakterköpfe auf der Überholspur
Der C63 Black Series stellte im Grunde das genaue Gegenteil dar. Er konnte kaum mehr Entschlossenheit ausstrahlen, selbst wenn seine Radmuttern Schlagringe wären. Die Kotflügelverbreiterungen wirken nach wie vor absolut übertrieben, die Haltung ist immer noch extrem kraftvoll, und das gesamte Fahrzeug strahlt eine gewisse Bösartigkeit aus. Für den Uneingeweihten wirkt der M3 wie ein Eigenbau; der Mercedes hingegen konnte nur aus den exklusivsten Hallen Affalterbachs stammen.
Das Gefühl des „Eigenbaus“ des GTS zeigt sich überall, von den offenliegenden Schrauben und den einfachen Schwellergrafiken bis hin zu Recaro-Sitzen, die aus dem Renault (Renault) Clio eines Freundes stammen könnten. Der Überrollkäfig, an dem lose Sicherheitsgurte klappern, erinnert eher an einen engagierten Rennwagen für die Nordschleife als an eine BMW-Werksedition, und das Armaturenbrett vor der iDrive-Ära wirkt erstaunlich schlicht. Schön gebaut, aber schlicht. Und dies war die Luxusausstattung – Audiosystem und Klimaanlage hätten auch abgewählt werden können. Der Mercedes hingegen ist der Inbegriff des Anzugs tragenden Kraftpakets, komisch muskulös und dennoch mit Leder, Bildschirmen und Infotainment-Bedienelementen ausgestattet. Allerdings mit einer bemerkenswert hohen Anzahl an Blindschaltern für so viel Geld…
Es ist verständlich (und allzu leicht), sich von Karbonteilen und Gewindefahrwerken mitreißen zu lassen, doch man sollte nicht vergessen, wie viel Entwicklungsarbeit in den C63 Black Series und den M3 GTS floss. Der langhubige 4,4-Liter-Motor des GTS drehte immer noch bis 8.300 U/min und bot mehr Drehmoment bei niedrigeren Drehzahlen als das Serienmodell. Für den Black Series erhielt der M156-Motor die leichten Pleuelstangen, Kolben und die Kurbelwelle des SLS, was ihn zur leistungsstärksten Version des 6,2-Liter-Aggregats außerhalb des Flügeltürers machte. Die breitere Spur wurde von deutlich leichteren Rädern, neuen Stabilisatoren und einer überarbeiteten Lenkung begleitet.
Der BMW (BMW) M3 GTS brachte eine einstellbare Aerodynamik mit einem markanten Heckflügel in die M3-Reihe. Hinzu kamen ein überarbeitetes Dynamische Stabilitäts Control (DSC) und eine spezielle Bremsanlage mit Sechskolben-Bremssätteln an der Vorderachse.
Dabei stehen die Bremsen bei derartigen Motoren meist nicht im Vordergrund. Die beiden V8-Aggregate sind hier die wahren Leistungsträger, die von einer sehr starken Begleitmannschaft an Komponenten unterstützt werden. Der Motor des BMW wirkt zunächst merkwürdig, da er sich anfühlt, als würde man den serienmäßigen 4,0-Liter-Motor ständig bergab fahren. Die Grundeigenschaften bleiben erhalten: Er lebt von hohen Drehzahlen und blitzschnellen Reaktionen, wobei die Intensität nochmals gesteigert wurde. Der Drang bis 8.300 Umdrehungen pro Minute erscheint noch vehementer, der Drehmomentzuwachs (verbunden mit der Gewichtsreduktion) stärkt den mittleren Drehzahlbereich erheblich. Der Klang aus der Titan-Abgasanlage ist dabei schlichtweg göttlich: sanft und doch ungezügelt, eine Mischung aus dem Fauchen eines V8 mit flacher Kurbelwelle und dem Donner eines V8 mit Kreuzkurbelwelle
Weder ein gewöhnlicher BMW (BMW) M3 noch ein Mercedes-Benz (Mercedes-Benz) C63 dieser Generation scheuen das sportliche Fahren – doch die hier beschriebenen, speziellen Ausführungen sind schlichtweg besser. Immer. Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis aus den unvergesslichen Tagen mit diesen Fahrzeugen. Realistisch betrachtet werden nur wenige von uns rund 175.000 Euro für einen BMW 3er (E92) oder eine Mercedes-Benz C-Klasse (C204) ausgeben. Doch ein Preis von etwa 23.000 bis 35.000 Euro für eine der Serienversionen, auf denen diese Sondereditionen basieren, könnte durchaus verlockend sein. Der Nervenkitzel mag dann nicht ganz derselbe sein, doch die Faszination dieser Motoren – selbst in einer etwas moderateren Abstimmung – bereichert jeden Tag. Wenn ein C63 ein Sperrdifferenzial erhält und ein M3 die GTS-Getriebesoftware, bleibt ein erheblicher Teil des Reizes erhalten. Das macht die Kosten für Kraftstoff und Steuern erträglicher.
Man sollte auch nicht vergessen, dass AMG und M, trotz einiger jüngster Entwicklungen, weiterhin entschlossen sind, solch großartige Autos zu bauen. Der Mercedes-Benz CLE soll endlich den V8-Motor erhalten, und der jüngste M3 CS war ein echtes Juwel. Die Zeiten mögen sich geändert haben, doch der Wunsch, wirklich besondere Hochleistungsfahrzeuge zu schaffen, ist geblieben. Dennoch stehen diese beiden als Ikonen ihres Genres stolz da: Der C63 und der M3, bereits gesegnet mit wunderbaren V8-Motoren, werden hier durch sorgfältig ausgearbeitete Fahrwerksüberarbeitungen zu Helden erhoben. Der Mercedes lässt fast alle Turbo-AMGs ein wenig zahm wirken; der BMW macht im Vergleich sogar einen CSL ein Stück weit gewöhnlich. Beide sind in der Tat sehr speziell, ausreichend, um die Liebe zu Autos und zum Fahren neu zu entfachen. Müsste man sich jedoch für einen entscheiden, wäre es der M3; die Einführung einer GT3-ähnlichen Disziplin und Konzentration, ohne den ursprünglichen Reiz zu beeinträchtigen, ist schlichtweg fesselnd. Vielleicht ist Orange ja doch keine so schlechte Farbe.
Der BMW (BMW) M3 GTS wird von einem V8-Motor mit 4.361 ccm Hubraum angetrieben. Dieses Aggregat entfaltet eine Motorleistung von 450 PS bei 8.300 U/min und ein Drehmoment von 440,7 Nm bei 3.750 U/min. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterräder. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der M3 GTS in 4,4 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 305,8 km/h. Das Leergewicht beträgt 1.530 kg. Der Kraftstoffverbrauch liegt bei 10,6 l/100 km im kombinierten NEFZ-Zyklus, bei CO2-Emissionen von 295 g/km. Der Neupreis für dieses Modell betrug rund 137.600 €.
Im direkten Vergleich tritt der Mercedes-Benz (Mercedes-Benz) C63 AMG Black Series mit ebenfalls beeindruckenden Spezifikationen an. Er verfügt über einen V8-Motor mit 6.208 ccm Hubraum, der 517 PS bei 6.800 U/min und ein maximales Drehmoment von 619,7 Nm bei 5.200 U/min liefert. Ein 7-Gang AMG MCT Automatikgetriebe leitet die Leistung ebenfalls an die Hinterräder. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in 4,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 299,3 km/h erreicht. Mit einem Leergewicht von 1.710 kg ist der Mercedes etwas schwerer. Sein Kraftstoffverbrauch nach NEFZ kombiniert beläuft sich auf 10,1 l/100 km, die CO2-Emissionen auf 286 g/km. Der Neupreis lag seinerzeit bei etwa 162.050 €.
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