Xiaomi: KI-Rahmenwerk für autonomes Fahren und Quartalsverlust
Der Wettbewerb bei modernen, intelligenten Elektroautos verlagert sich rasch von der mechanischen Hardware hin zur Softwareintelligenz. Am 26. Mai stellte das chinesische Technologieunternehmen Xiaomi (Xiaomi) seinen jüngsten Schritt in diese Richtung vor: das Xiaomi Auto World Model Rahmenwerk. Damit erläuterte die Fahrzeugsparte erstmals der Öffentlichkeit ihren vollständigen Entwicklungspfad für hochentwickelte Fahrsoftware.
In den vergangenen Jahren haben konkurrierende Marken ihre fortschrittlichen Fahrerassistenzsysteme hauptsächlich auf physischer Hardware aufgebaut. Unternehmen statteten Elektroautos mit teuren Sensorpaketen aus, darunter Radar, hochauflösende Kameras, laserbasierte LiDAR-Systeme und komplexe Kamerasysteme. Die Branche tritt nun in eine neue Phase ein, in der Fahrzeuge über die reine Erkennung des unmittelbaren Verkehrs hinausgehen müssen, um aktiv vorherzusagen, was als Nächstes auf der Straße passieren wird.
Technologische Entwicklung und Wettbewerb
Die Automobilindustrie nutzt zwei separate Techniken, um diese Computermodelle zu erstellen. Eine Methode verwendet digitale Kameradateien, um exakte, starre 3D-Darstellungen physischer Straßen zu konstruieren. Dieser Ansatz bietet eine hohe Zuverlässigkeit, kann jedoch unerwartete Gefahren nicht gut simulieren. Die zweite Methode nutzt generative Künstliche Intelligenz, um zukünftige Verkehrsvideos zu imaginieren und zu erstellen, wobei diese simulierten Clips häufig unter digitalen Verzerrungen leiden. Xiaomi versucht, dieses Problem durch die Schaffung eines integrierten Systems zu lösen, das ein 3D-Konstruktionswerkzeug namens WorldRec direkt mit einer Videoerstellungsanwendung namens WorldGen verbindet.
Diese Entwicklungsstrategie bringt Xiaomi in direkten Wettbewerb mit dem lokalen Elektrofahrzeug-Rivalen XPeng (XPeng). XPeng führte sein eigenes KI-Softwarepaket namens VLA 2.0 ein, das stark auf generative Videotechnologie setzt, um das Verkehrsverhalten vorherzusagen. XPeng konzentriert sich ausgiebig auf die Erstellung kontinuierlicher Videostreams, um seinen Elektroautos das richtige Handeln beizubringen. Xiaomi hingegen nutzt sein 3D-Strukturkartierungswerkzeug, um die Genauigkeit seiner Künstlichen Intelligenz zu gewährleisten. Diese strukturelle Verankerung hilft der Software, unrealistische Bilder zu vermeiden oder während langer, komplexer Fahrten die Orientierung in der Umgebung zu verlieren.
Die Premiere dieser Technologie erfolgt genau zu dem Zeitpunkt, zu dem die chinesischen Regulierungsbehörden ihre Aufmerksamkeit auf fortschrittliche Fahrsysteme verstärken. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie startete sein landesweites Sicherheitsprogramm für „New-Energy-Fahrzeuge“ für das Jahr 2026. Regierungsinspektoren prüfen dabei insbesondere, wie Fahrerassistenzsysteme mit plötzlichen, seltenen Gefahren im Straßenverkehr und Notfallsituationen umgehen. Autohersteller stehen unter erhöhtem Druck, nachzuweisen, dass ihre Elektroautos auch ungewöhnliche Probleme meistern können, die in der Branche als seltene Risikofälle bezeichnet werden.
Xiaomi erklärte, dass sein neues Rahmenwerk bereits Bestnoten in öffentlichen Fahrmodus-Datensätzen erzielt hat, darunter die globalen Referenzwerte von Waymo (Waymo) und nuScenes (nuScenes). Das System kann bis zu eine Minute kontinuierliches simuliertes Fahrvideo produzieren. Das Unternehmen hat die Software bereits eingesetzt, um mehr als 100.000 hochrealistische Videoclips zu generieren, mit denen Fahrzeugsensoren trainiert, virtuelle Simulationstests durchgeführt und Funktionen in den Fahrzeuginnenräumen unterstützt werden.
Finanzielle Lage und Absatzzahlen
Die Erweiterung der Entwicklungskapazitäten ist das eine, aber Xiaomi muss auch die finanziellen Realitäten seines Elektrofahrzeuggeschäfts ausbalancieren. Die innovative Geschäftssparte des Unternehmens, die Elektroautos und Künstliche Intelligenz verantwortet, verzeichnete einen quartalsweisen operativen Nettoverlust von 3,1 Milliarden Yuan (393 Millionen Euro). Dieser überraschende Rückgang folgt auf ein starkes Geschäftsjahr 2025, in dem die Sparte ihren ersten jährlichen operativen Gewinn verbuchen konnte. Die Geschäftsleitung führt den Rückgang auf Produktionsstillstand während der traditionellen Frühlingsfest-Feiertage, steigende Kosten für Kernmaterialien und eine Reduzierung staatlicher Anreize für Elektroauto-Käufer zurück.
Die Fahrzeugsparte lieferte im ersten Quartal insgesamt 80.856 Elektroautos aus, was einer Steigerung von 6,57 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Gesamtumsatz der innovativen Sparte erreichte 19,9 Milliarden Yuan, wobei das Elektrofahrzeuggeschäft davon 19 Milliarden Yuan beisteuerte. Die Bruttogewinnmarge der Sparte sank im Jahresverlauf um 3,1 Prozentpunkte auf 20,1 Prozent, was dem langsameren Wachstumstrend bei den gesamten Auslieferungen entspricht.
Die Auslieferungsvolumen verschoben sich im März stark, da der Hersteller auf neuere Modelle umstellte. Die gesamten Monatsverkäufe sanken auf 21.440 Elektroautos. Der YU7 SUV war das meistverkaufte Modell des Unternehmens und trug 13.558 Auslieferungen bei, was 63,24 Prozent der gesamten Monatsverkäufe ausmachte. Gleichzeitig wurde die Produktion der ersten Limousinengeneration eingestellt, um eine Modellüberarbeitung zu ermöglichen. Die aktualisierte SU7 Elektro-Limousine kam am 19. März auf den Markt und erreichte bis Ende März 7.882 erste Auslieferungen.
Die Verkäufe zogen im April schnell an, als die Produktion der neuen Limousine ihre volle Kapazität erreichte. Die gesamten Monatsauslieferungen stiegen auf 36.702 Einheiten – eine monatliche Steigerung von 71,18 Prozent. Die aktualisierte SU7 Limousine trieb diese Erholung mit 26.826 Einheiten (über 70 Prozent der April-Verkäufe) an. Dieses Wachstum führte zu kumulierten Auslieferungen von 117.558 Fahrzeugen in den ersten vier Monaten des Jahres.
Xiaomi hält an seinem ehrgeizigen Auslieferungsziel von 550.000 Fahrzeugen für das Gesamtjahr 2026 fest. Neben dem heimischen Markt will der Elektronikriese seine Automobilgeschäfte weltweit ausweiten. Das Unternehmen erwartet, in der zweiten Jahreshälfte 2027 offiziell in internationale Märkte einzutreten, wobei Europa als erste Einführungsregion vorgesehen ist.
