Elektroautos

Die Stromkosten von Elektroautos pro 100 Kilometer

Die Entscheidung zwischen einem Elektroauto und einem Verbrenner wird für viele Autokäufer immer relevanter, insbesondere angesichts der perspektivisch hohen Kraftstoffpreise. Dabei rücken die anfallenden Energiekosten, primär für den Ladestrom, in den Fokus des Interesses. Eine aktuelle Berechnung des Bundeswirtschaftsministeriums ergab durchschnittliche Kosten von 5,30 Euro für Ladestrom auf 100 Kilometern im Vergleich zu 13,86 Euro für Benzin. Der Staat fördert aktuell wieder den Kauf von Elektroautos, was die Attraktivität weiter steigert.

Darum sind Energiekosten für Elektroautos variabel

Die Energiekosten eines Elektroautos ergeben sich aus dessen Stromverbrauch und den jeweils gültigen Stromtarifen. Diese wiederum variieren stark, je nachdem, ob man privat zu Hause oder an öffentlichen Ladesäulen lädt. Auch der Anteil des teureren Schnellladens bei speziellen Anbietern beeinflusst die Gesamtkosten. Die Energiekosten für Elektroautos sind jedoch weniger transparent als bei Verbrennern: Während der private Strompreis bekannt ist, sind die exakten Kosten beim öffentlichen Laden oft nicht sofort ersichtlich.

Die genaue Kostenrechnung ist eine wichtige Entscheidungshilfe für Autokäufer bei der Wahl des Antriebs. Umfassende Tipps zum Kauf eines Elektroautos können dabei zusätzlich unterstützen.

Der Stromverbrauch eines Fahrzeugs wird maßgeblich von physikalischen Faktoren beeinflusst: Geschwindigkeit, Fahrdynamik, Zuladung, die Nutzung von Verbrauchern an Bord wie die Klimaanlage, das Terrain sowie Wind und Wetter spielen eine Rolle. Besonders niedrige Außentemperaturen wirken sich auf die Reichweite aus. Auch die individuelle Fahrweise hat einen immensen Einfluss auf den Verbrauch. Da diese Faktoren variieren, lassen sie sich bei Vergleichen nur schwer berücksichtigen. Anders verhält es sich mit den Verbrauchswerten: AUTO BILD ermittelt den Testverbrauch stets nach identischen Kriterien, um eine vergleichbare Basis zu schaffen.

VW ID.3 Pro: Günstig unterwegs mit 5,45 Euro auf 100 km

Der kompakte VW (Volkswagen) ID.3 Pro ist zwei Zentimeter kürzer als der VW Golf und erweist sich als würdiger Elektro-Bruder des Bestsellers. Sein Kofferraum bietet mit 385 Litern fünf Liter mehr Platz, und bei umgeklappter Rückbank sind es sogar 1.267 Liter, was einem Plus von 30 Litern entspricht. In der getesteten „Pro“-Ausführung speist ein 59 kWh großer Akku den 204 PS starken Elektromotor. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der elektrische Kompaktwagen in 7,6 Sekunden. AUTO BILD ermittelte beim ID.3 Pro einen Testverbrauch von 17,3 Kilowattstunden, was Kosten von 5,45 Euro auf 100 Kilometern verursacht.

Die Schnellladekosten liegen bei EnBW (56 Cent pro Kilowattstunde) bei 9,86 Euro. Beim Ad-hoc-Laden an einer Ionity-Station (69 Cent pro Kilowattstunde) steigen die Kosten auf 11,94 Euro.

Mercedes-Benz CLA: Sparsam dank 800-Volt-Technik

Der Mercedes-Benz (Mercedes-Benz) CLA, dessen Markteinführung für 2025 geplant ist, fährt als erstes Modell der Marke mit einem 800-Volt-Bordnetz vor. Technisch bietet er unter anderem ein Zwei-Gang-Getriebe, intelligente Vernetzung, eine hohe Ladeleistung von 320 kW und eine herausragende Aerodynamik mit einem cW-Wert von 0,21. Diese Merkmale tragen zu einem bemerkenswert niedrigen Verbrauch bei: Bei der mittleren Leistungsstufe 250+ der elektrischen Mittelklasse mit 272 PS, versorgt von einem 85 kWh großen Akku, ermittelten die AUTO BILD-Tester 17,8 kWh auf 100 Kilometern. Dies ergibt beim Laden mit Hausstrom Kosten von 5,61 Euro.

An externen EnBW-Ladesäulen liegen die Kosten ab 9,97 Euro, während im Hyper-Schnellladenetz von Ionity (0,69 Euro pro Kilowattstunde) 12,28 Euro anfallen.

Tesla Model Y: Effizienter SUV-Crossover aus Grünheide

Der erfolgreiche SUV-Crossover Tesla (Tesla) Model Y wurde von AUTO BILD in seiner zweiten Modellreihe „Juniper“, die ab März 2025 erhältlich ist, einem Test unterzogen. Bei angenehmen 18 Grad Außentemperatur maßen die Tester einen Durchschnittsverbrauch von 18,1 kWh – ein bemerkenswert niedriger Wert für ein rund zwei Tonnen schweres Mittelklasse-Fahrzeug mit markanter Silhouette. Das Model Y, das Tesla auch im brandenburgischen Grünheide produziert, ist mit 4,75 Metern Länge mehr als stattlich. Diese Größe dient nicht nur der Repräsentation, sondern auch praktischen Zwecken, was der bis zu 2.138 Liter große Kofferraum bei umgeklappter Rückbank belegt. Die getestete Version Long Range mit Hinterachsantrieb verfügt über einen 77 kWh großen Akku (Werksangabe) und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 201 km/h. Bei maßvoller Fahrweise kosten 100 Kilometer somit aktuell rund 5,70 Euro.

Die Schnellladekosten liegen bei EnBW (56 Cent pro Kilowattstunde) bei 10,14 Euro, während sie bei Ionity (69 Cent pro Kilowattstunde) 12,49 Euro betragen.

Mini Cooper SE: Stadtauto mit 5,86 Euro auf 100 km

Der aktuelle Elektro-Mini, ein 3,85 Meter langes Fahrzeug, wurde 2023 von BMW (BMW) und dem chinesischen Hersteller Great Wall Motor (Great Wall Motor) vorgestellt. Die Elektroversion basiert auf der Plattform, die auch für das Great Wall Motor-Produkt Ora 02 genutzt wird. Die Basisversion Cooper E wird von einem 184 PS starken Motor an der Vorderachse auf bis zu 160 km/h beschleunigt und nutzt dafür einen 36,8 kWh großen Akku, was den Mini als Stadtauto ausweist. Eine Nummer größer ist die Ausführung SE mit 218 PS aus einem 49,8 kWh großen Akku, den AUTO BILD im Spätsommer bei warmen 18 Grad Außentemperatur testete. Die Vergleichsfahrt ergab einen Verbrauch von 18,6 kWh auf 100 Kilometern. Dies kostet an der heimischen Wallbox durchschnittlich 5,86 Euro. Wer ad hoc an einem Schnelllader von EnBW (56 Cent pro Kilowattstunde) lädt, zahlt für diese Energiemenge 10,42 Euro. Bei Ionity am Hypercharger (ad hoc 69 Cent pro Kilowattstunde) belaufen sich die Ladekosten auf 12,83 Euro.

Opel Corsa Electric: Unaufdringlich elektrisch für 5,99 Euro

Der Kleinwagen Opel (Opel) Corsa Electric teilt sich die technische Basis weitgehend mit dem Peugeot (Peugeot) 208. Er ist mit Motorisierungen ab 136 PS erhältlich, die Spitzenvariante „GS“ leistet 156 PS. Ähnlich wie der größere Astra Electric wird der Corsa dafür geschätzt, dass er seinen alternativen Antrieb unaufdringlich integriert. „Einfach ein Auto“, resümierten die Tester erfreut. Vier Personen können im GS-Modell gemäß WLTP-Prüfnorm bis zu 429 Kilometer weit fahren, bevor ein Nachladen erforderlich wird. Angesichts des relativ kleinen Akkus (48,1 kWh netto im GS, 46,3 kWh netto im Basis-Corsa) ist das ein beachtlicher Wert.

Im realen Fahrbetrieb reduziert sich diese Reichweite natürlich: AUTO BILD maß im GS auf der Verbrauchsrunde 19,0 kWh; dies geschah im Spätherbst 2023 bei 9 Grad Außentemperatur. Damit kosten 100 Kilometer im 156 PS starken Corsa 5,99 Euro. Schnellladen bei EnBW (56 Cent pro Kilowattstunde) kostet für den zugrunde liegenden Durchschnittsverbrauch 10,64 Euro, an einer Ionity-Powerladestation (69 Cent pro Kilowattstunde) betragen die Kosten für 100 Kilometer exakt 13,11 Euro.

Tesla Model 3 Performance: Sportlich und sparsam für 6,05 Euro

Der Limousinenbruder des Model Y ist der Tesla (Tesla) Model 3, der mittlerweile in einer Vielzahl von Versionen angeboten wird: vom reinen Heckantrieb bis zum Allradler mit verschiedenen Akku- und Reichweitenvarianten. Der Test des Model 3 Performance mit 534 PS und Hinterachsantrieb ergab auf der 155 Kilometer langen Testrunde einen Durchschnittsverbrauch von 19,2 kWh – dies führt zu überschaubaren Ladekosten von 6,05 Euro auf 100 Kilometern.

Die Schnellladekosten liegen bei EnBW (56 Cent pro Kilowattstunde) bei 10,75 Euro, während sie bei Ionity (69 Cent pro Kilowattstunde) 13,25 Euro betragen.

Der BMW (BMW) iX1, ein kompaktes SUV, basiert auf der gleichen Plattform wie der X1 und ist damit ein elektrischer Zwilling des Verbrennermodells. Die Tester lobten seinen BMW-typischen Antritt und den hohen Fahrkomfort. Das Einstiegsmodell eDrive 20 bietet 204 PS an der Hinterachse und einen 64,7 kWh großen Akku. AUTO BILD testete das Spitzenmodell xDrive 30 mit 313 PS und Allradantrieb (ebenso 64,7 kWh Akku) bei 21 Grad Außentemperatur und ermittelte einen Verbrauch von 19,4 kWh pro 100 Kilometer. Dies führt zu Stromkosten von 6,11 Euro bei Haushaltsstrom. An EnBW-Schnellladesäulen (56 Cent/kWh) fallen 10,86 Euro an, bei Ionity-Hyper-Schnellladern (69 Cent/kWh) sind es 13,39 Euro.

Der Škoda (Skoda) Enyaq, mit einer Länge von 4,64 Metern eine imposante Erscheinung, teilt sich seine technische Basis mit den Modellen VW ID.4 und Audi Q4 e-tron aus dem VW-

Ist Strom fürs E-Auto günstiger als Benzin?

Allerdings geht diese Rechnung nur auf, wenn man privat an der Wallbox lädt und nach Haushalts- oder Autostromtarif abrechnet.

Wer bei EnBW an einer Ladesäule lädt und den Ad-hoc-Tarif “S” für Wenigfahrer ohne Grundgebühr nutzt (56 Cent/kWh), der zahlt für die gleiche Menge Strom 9,69 Euro auf 100 km.

Wie viel spart man beim Umstieg vom Verbrenner aufs Elektroauto an Energie? Beim Vergleich der gleich großen VW-Modelle Golf (Benziner) und ID.3 (E-Auto mit 17,3 kWh auf 100 km Verbrauch unter Alltagsbedingungen) kamen geringere Kosten in Höhe von 7,42 Euro bei den reinen Fahrtkosten heraus – zugunsten des Elektroautos (beim Laden am Hausnetz).

Die Rechnung im Detail: Beim aktuellen Durchschnitts-Strompreis von 31,5 Cent/kWh liegen die Energiekosten beim VW ID.3 bei 5,45 Euro auf 100 km. Ein kompakter VW Golf 1.5 TSI mit 150 PS verbraucht als Vierzylinder im Alltag 6,5 Liter Benzin auf 100 km. Beim aktuellen Spritpreis (Stand 22. Mai 2026: 1,98 Euro pro Liter Super E10) kostet das 12,87 Euro, also 7,42 Euromehr. Die Kraftstoffkosten beim Verbrenner-Golf sind somit mehr als doppelt so hoch wie beim elektrischen VW (geladen mit Haushaltsstrom). Für Diesel ist es ähnlich; der Kraftstoff kostet im Bundesdurchschnitt laut ADAC derzeit 1,95 Euro pro Liter.

Das Laden fällt teurer aus, wenn man das E-Auto öffentlich an einer Ladesäule lädt. So kostet beim genannten ID.3 das Laden einer Strommenge für 100 km Fahrt bei EnBW (Tarif “S”) 9,69 Euro. So spart man immer noch 3,18 Euro gegenüber Benzin – auf 100 km.

So errechnen sich die Stromkosten beim Dacia Spring

Eines der aktuell sparsamsten Elektroautos ist der Dacia Spring, es gab ihn bisher mit 72 oder 102 PS. Die vorherige Variante mit 65 PS absolvierte die AUTO BILD-Testrunde. Nach dem Maßstab schlagen 100 km aktuell mit 5,12 Euro zu Buche (bei einem Realverbrauch von durchschnittlich 16,4 kWh, ermittelt von AUTO BILD). Der Dacia Spring ist mit einem Listenpreis ab 16.900 Euro (hier zu den Neuwagen-Angeboten bei Carwow) einer der günstigsten vollelektrischen Pkw auf dem Markt. Seit Jahreswechsel ist ein Facelift mit größeren Motoren auf dem Markt.

Die Herstellerprämie vergünstigt den Spring weiter, ebenso die staatliche Kaufprämie.

Etwas teurer wird es für den Dacia ohne private Lademöglichkeit: Wer mit dem Spring unterwegs an einer Schnellladesäule Strom für 100 km zapft, zahlt bei EnBW 8,62 Euro, beim HPC-Ladenetzwerk Ionity (Ad-hoc-Laden für 0,69 Euro/kWh) 10,63 Euro.

Es gibt ihn mit 72 und 102 PS.

Ist in Zukunft mit sinkenden Strompreisen zu rechnen?

Der Anteil an nicht-fossilem Strom drückt den Strompreis, Strom aus erneuerbarer Energie ist der günstigste. Die Menge an günstigem Solarstrom nimmt kontinuierlich zu, der Energiemix in Deutschland lag für 2025 im Jahresmittel bei 55 Prozent an erneuerbarer Energie. Bis 2030 sollen es 80 Prozent sein.

Langfristig hängt viel davon ab, ob der Ausbau der erneuerbaren Energien mit dem steigenden Strombedarf in Deutschland Schritt hält. Entsprechend würde Strom günstiger – fossiler Sprit auf Sicht teurer.

Fazit

Die Stromkosten für E-Autos fallen günstiger aus als bei Verbrennern aller Art, und man kann sie durch sanftes Fahren weiter drücken! Wer die Möglichkeit hat, privat zu laden, fährt nochmals günstiger als mit öffentlichem Strom – und deutlich billiger als mit Benzin oder Diesel.

Dave Lee

Dave Lee is an automotive and tech-focused content creator, best known as the host of the YouTube channel Dave Lee on Investing. A Tesla (TSLA) investor since 2012, he brings a long-term perspective on electric vehicles, innovation, and the future of mobility. Combining deep market insights with a passion for cutting-edge technology, Dave explores the evolving auto industry while actively building with AI.